Newsletter 12.02.2015

Kritik konstruktiv vermitteln ist eine Kunst für sich.
Gar nicht so einfach meinen Sie? Zugegeben, es fällt vielen von uns schwer, Kritik zu üben und oft noch mehr, sie selbst auch anzunehmen. Und eigentlich wollen wir damit nutzbringendes Feedback und wertvolle Tipps geben. Selbst für die meisten Führungskräfte ist das immer wieder eine Herausforderung.  In erster Linie geht es darum, einem Mitarbeiter oder Vorgesetzten zu vermitteln, inwiefern er Ihren Erwartungen gerecht wird. Wichtig ist, Ihrem Gegenüber zu vermitteln, was falsch gelaufen ist. und trotz alledem Wertschätzung zu vermitteln.

Hier die 10 wichtigsten Punkte, die es beim Feedback zu beachten gilt:

Tipp 1: Machen Sie aus einem Feedbackgespräch keine Generalabrechnung, auch nicht, wenn Sie sich noch so ärgern. Atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus. Spiegeln Sie dann durch Ruhe und Gesprächsbereitschaft Ihre Souveränität und Lösungsorientiertheit.

Tipp 2: Führen Sie ein solches Gespräch immer unter vier Augen. Ein Vorführen vor versammelter Mannschaft wirkt ausgesprochen destruktiv. Niemand, auch nicht Sie selbst, möchte öffentlich mit seinen Fehlern konfrontiert werden. Vermeiden Sie daher, dass die Kritik die mentale Stabilität Ihres Gegenübers gefährdet.

Tipp 3: Benennen Sie im ersten Schritt des Gespräches auch positive Ergebnisse. Nutzen Sie dafür „Ich-Botschaften“: „Ich bin der Meinung, dass Sie sich bei uns inzwischen gut eingearbeitet haben…“

Tipp 4: Greifen Sie Ihr Gegenüber nie persönlich an. Statt einem „Sie haben da…!“ formulieren Sie die Kritik lieber sachbezogen: „Mir ist aufgefallen, dass bei der Bearbeitung von … Fehler aufgetreten sind.“

Tipp 5: Vermeiden Sie Verallgemeinerungen, wie „immer“, „laufend“, „ständig“, „alle“, „nie“.  Bringen Sie stattdessen Transparenz in die Kritik. Benennen Sie den Fall  konkret und zeigen Sie die unangenehmen Folgen für das Unternehmen bzw. den Patienten auf.

Tipp 6: Kommunizieren Sie nicht mit Interpretationen „Man könnte meinen, dass Sie …“ Sagen Sie lieber das, was Ihre Gedanken, Ihr Eindruck von der Situation ist: „Ich denke, dass das …“

Tipp 7: Bewerten Sie nach fairen Maßstäben. War die Aufgabe für Ihr Gegenüber von vornherein konkret genug formuliert? Kennt Ihr Gegenüber Ihre Erwartungen genau? Haben Sie diese im Vorfeld klar kommuniziert? Wenn nicht, benennen Sie Ihre Vorstellungen klar und deutlich: „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass …“

Tipp 8: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Gegenüber eine Anregung mitnimmt, die ihm hilft, sich zu verbessern. Filtern Sie, welche Unterstützung er benötigt, um Ihren Anforderungen gerecht zu werden. Vielleicht benötigt er Hilfe beim Ausbau seiner rhetorischen und kommunikativen Fähigkeiten? Oder er konnte eine solche Aufgabe in dieser Dimension nicht alleine bewältigen und  konnte deshalb nicht damit umgehen?

Tipp 9: Geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Möglichkeit zu äußern, was er selbst seiner Meinung nach beim nächsten Mal anders machen würde. Nur so kann er mit Ihren Äußerungen konstruktiv umgehen und Dinge verändern. Vermitteln Sie bei Bedarf eigene konkrete Lösungsvorschläge als Hilfestellung.

Tipp 10: Beenden Sie das Gespräch positiv. Ermutigende Kritik fördert entscheidend die Leistungsbereitschaft. Und halten Sie wichtige Vereinbarungen und Teilziele schriftlich fest, um die Verbindlichkeit zu unterstreichen.

Sie haben weitere Fragen? Gern stehe ich Ihnen mit meinen Erfahrungen zur Verfügung.

Ihre Jutta Teutsch

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